Reisebericht - Australien mit Kleinkind

 

Australien, das Land am anderen Ende der Welt. Vor über 20 Jahren war ich das erste Mal da, dazumal mit meinen Eltern. Es schien Liebe auf den ersten Blick zu sein, denn seit da hat es mich schon etliche Male zurück auf diesen wunderschönen und faszinierenden Kontinent gezogen. Auch unser Honeymoon führte uns ins Land der Kängurus. Der Ort Byron Bay (östlichster Punkt von Australien), für mich einer der schönsten Orte der Welt, hat es uns ganz besonders angetan. Ganze vier Mal haben wir damals unseren Aufenthalt in Byron Bay verlängert. Und genau an diesen Ort wollten wir nun Anfang dieses Jahres zurückkehren, dieses Mal mit unserer kleinen Tochter.

Oft wurde ich vor der Abreise gefragt, ob ich nicht etwas Bedenken habe vor dem langen Flug mit einem Kleinkind. Klar, die Reise ist extrem lang (die Heimreise mit drei Flügen dauerte insgesamt 33 Stunden) und mit Kindern kann man schlecht abschätzen, wie das Ganze verlaufen wird. Die Vorfreude auf diese wunderbare Reise hat aber rasch alle Zweifel über Bord geworfen.
Wir haben uns mit allerlei Unterhaltungskram eingedeckt, iPad inklusive. Eine super Auswahl an Kinderapps findet ihr übrigens bei Andrea von anyworkingmom. Obwohl Louisa vom Alter her noch keinen eigenen Sitz benötigt hätte, haben wir uns im Hinblick auf die Sicherheit und die lange Reisezeit entschieden, ihr einen eigenen Sitz zu buchen. Da in Australien fast nur australische und neuseeländische Kindersitze zugelassen sind und wir grösstenteils ohne Auto unterwegs waren, haben wir direkt bei der Qatar Airline einen CRD Sitz gebucht. Zudem haben wir Plätze in der vordersten Reihe reserviert. Man kann zwar meistens die Armlehne nicht hochklappen, bei uns stand aber dem gegenüber der Komfort von so viel Platz am Boden klar im Vorteil. Wir mussten zwar regelrecht um die Sitzplätze kämpfen, aber es hat sich mehr als gelohnt. Louisa hat oft am Boden gespielt und wir konnten uns mit unseren Habseligkeiten richtig ausbreiten.
Die Reise führte uns nach Doha und von dort gleich weiter nach Sydney. Wie wir den langen Flug überstanden haben? Mit relativ viel Schlaf und man staune, ich konnte sogar in Ruhe einen Film schauen. Dazwischen haben wir gemalt, Sachen ein- und ausgeräumt und das iPad kam nicht einmal gross zum Einsatz. 

In Sydney holte uns der Jetlag relativ rasch ein. Die Pyjama Party hielt ungefähr drei Nächte an (und wieder zurück zu Hause bestimmt fünf Nächte). Ich kann euch hier eine ganz süsse Schlafapp empfehlen, Schlaf gut Zirkus. Bei mir hat sie jeweils innerhalb von wenigen Minuten gewirkt, bei Louisa mit etwas Verzögerung zum Glück dann auch.
Die Tage in Sydney haben wir genutzt, um anzukommen, uns anzuklimatisieren und alte Freunde zu treffen. Von da aus ging es dann mit dem Flugzeug weiter nach Ballina. Ein einstündiger Flug, kein Problem, hätte da nicht ein übler Sturm in Ballina gewütet. Zwei Mal mussten wir durchstarten und schlussendlich aus Sicherheitsgründen weiter nördlich beim Goldcoast Airport landen. Vo da aus führte uns unsere Reise nach Byron Bay. Das Ortsschild dort sagt "welcome to Byron Bay - cheer up - slow down - chillout". Genau das haben wir dann all die nächsten Tage auch gemacht. Das ist wohl einer der vielen Gründe, wieso ich diesen Ort mit dem Hippie Spirit so liebe. Logiert haben wir in einem schmucken Häusschen, welches wir über Airbnb gemietet haben. In und um Byron Bay kann man so viel erleben, so dass ich auch dieses Mal am liebsten vier Mal verlängert hätte.

Hier meine Lieblingsplätze in und um Byron Bay:

  • Tree house: Beste Pizza in Town, eignet sich auch sehr gut für ein frühes Abendessen mit Kindern.
  • The Mez Club: Hier isst man sehr feine, orientalische Tapas, das Ganze in stylish weissem Ambiente. 
  • Miss Margarita: Dieses mexikanische Restaurant ist immer voll, aber das Warten für ein paar Tacos und einen Margarita lohnt sich allemal.
  • Bayleaf Cafe: Auch hier ist es eine Glücksache, ob man einen Platz ergattern kann. Kein Wunder, denn hier sagt man, wird der beste Kaffee von ganz Byron Bay serviert.
  • Fresh Cafe: Am Nachmittag und Abend gibt es jeweils Live Music.
  • Top Shop: Die Top Adresse für Burger; dazu noch der Hipster-Place von Byron Bay.
  • Folk: Ein süsses, kleines Cafe, etwas ausserhalb vom Trubel, mit leckerem Essen aus der Region.
  • Harvest Cafe: Im wunderschönen Hinterland von Byron Bay gelegen. Das perfekte Lunch Ausflugsziel.
  • The Farm: "Grow, Feed, Educate", ist das Motto der Farm. Hier kann man mit der ganzen Familie verweilen.
  • The Pass and Wategos: Die Mutigen surfen, der Rest legt hier einen Strandtag ein.
  • Farmer's Market: Jeweils am Donnerstagmorgen trifft man sich auf dem Farmer's Market, Live Music darf hier nie fehlen. Genau so wenig die Hippies, Künstler, Weltverbesserer und Aussteiger.
  • Lighthouse: Der Leuchtturm liegt am östlichsten Punkt von Australien. Der Weg hinauf ist nicht ganz ohne, dafür von der Natur her sehr eindrücklich, so wie auch die Aussicht von dort oben.
  • Tiny People: Ein süsser Kindershop mit lokalen und internationalen Brands.
  • Yolis and Otis: Lokales Baby, Kids and Women Bio-Label, gegründet von einem Mami.

Australien ist äusserst kinderfreundlich, wohin man geht, wird man mit offenen Armen empfangen. Eines Tages werden wir bestimmt wieder nach Byron Bay reisen.